Verbindung im Paartanz – Richtige Connection

Das ist der Anfang meiner Serie zum Paartanz, insbesondere den Improvisationtänzen. Wer ein Faible für Vintage und Mode & Lifestyle vergangener Zeiten hat, wird früher oder später auf die Tänze und die Musik der jeweiligen Epoche stoßen.

Ich begeistere mich besonders für die 30er und 40er und deshalb für Swing, Jazz und die Tänze dieser Ära wie Lindy Connection & Verbindung im Paartanz Hop und Charleston. Leider habe ich festgestellt, dass es kaum deutsche Tanzblogs gibt. Die meisten Infos kommen von Tanzschulen und diese vermarkten eigentlich eher ihre Dienstleistungen. Hier also ein paar Artikel zu einem der schönsten Hobbies überhaupt:

Die Connection oder Verbindung ist die Basis der Verständigung beim Paartanz. Besonders wichtig ist sie in den Improvisationstäzen wie Lindy Hop, Balboa, Blues, Salsa und Tango Argentino.

Wenn man von Connection spricht wird meistens die Verbindung durch Berührung mit den Händen gemeint, es gibt aber auch die visuelle Verbindung und natürlich die Verbindung zur Musik. Ein anderer Verständigungskanal wäre die Sprache. In diesem Artikel meine ich mit Connection immer die Verbindung durch Anfassen.

Connection & Verbindung im Paartanz Der Frame im Paartanz

Sehr wichtig für die Connection ist der Frame oder Rahmen. Der Rahmen ermöglicht es, seinem Partner Körperbewegungen als Signale zu schicken. Das ist in geschlossener wie offener Tanzposition möglich.

In der geschlossenen Tanzhaltung mit Körperkontakt besteht die Verbindung durch das Aufrechterhalten des Rahmens. Der Follower bewegt sich passend zum Leader und hält den Kontakt zum Körper des Partners mit unverändertem Druck aufrecht. Die Hände werden dazu nicht gebraucht.

In offener Tanzhaltung oder geschlossener Tanzhaltung ohne Körperkontakt wie beim Lindy Hop, braucht man die Hände und einen Teil des Arms, um die Verbindung zu schaffen.

Die Bewegungen der Hand sollten immer aus dem gesamten Körper kommen. Der Partner nimmt diese Bewegungen mit dem ganzen Körper auf und setzt die dazugehörigen Bewegungen um. Dabei wird nur eine ganz leichte Spannung benötigt. Zu viel Spannung verhindert die minimalistische Verständigung durch die Verbindung und eine freie Bewegung nach oben oder unten, die man zur Einleitung und Beendigung der meisten Drehungen braucht.

Ziehen, drücken, neutral

Die Tanzhaltung ohne Körperkontakt kennt die drei möglichen Zustände ziehend, drückend und neutral.

Connection & Verbindung im Paartanz  Bei einer ziehenden Verbindung ziehen die Tänzer gleichstark an den gefassten Händen voneinander weg. Die Kraft dazu darf nicht aus den Armen kommen, sondern aus dem Körper, dazu kann das eigene Körpergewicht oder der Bewegungsschwung eingesetzt werden.

Bei drückender Verbindung drücken die Tänzer gleichstark gegeneinander. In neutraler Verbindung, wird fast keine Kraft aufgewendet, der Follower legt nur etwas Gewicht in die Hand des Leaders.

Die Arme sollten bei allen Verbindungen möglichst locker gelassen werden. Grundsätzlich versucht man, sich seinem Partner anzupassen und ein Gleichgewicht zu finden. Männer tendieren dazu, oft zu stark zu drücken und zu ziehen, während Frauen häufig zu wenig Gewicht benutzen. Aber in jedem Tanz und mit jedem anderen Partner fühlt sich die Verbindung anders an.

In Swingtänzen werden ziehende oder drückende Verbindung über längere Zeit aufrechterhalten, während in südamerikanischen Tänzen Zug oder Druck Führungssignale sind, die auf nachfolgende Figuren hinweisen. Im Lindy Hop kann die Zugkraft sehr stark werden, ohne dass dadurch eine Bewegung ausgelöst wird.

Probleme bei der Umsetzung

Connection & Verbindung im Paartanz Es gibt leider ein ständiges Problem dabei wie die oben beschriebene Erklärung der Connection im Paartanz umgesetzt wird. Ich habe schon von verschiedenen Lehrern sich tatsächlich komplett widersprechende Anweisungen erhalten. Außerdem habe ich schon Lehrer erlebt, die etwas völlig anderes als richtig erklärt haben als sie selbst beim Tanzen umgesetzt haben. Das liegt an zwei Dingen:

1. Der erste Grund ist Vereinfachung. Improvisierter Paartanz ist komplex und lernt man nicht mal schnell nebenbei. Viele Lehrer vermitteln deshalb Basics, die den Schüler ermöglichen, gewisse Erfolgserlebnisse zu haben. Dadurch werden aber häufig wichtige Informationen weggelassen. Zusätzlich sind in Kursen viele und vom Niveau und ihren Fähigkeiten sehr unterschiedliche Tänzer. Es ist oft nur schwer möglich, sich als Lehrer den ganzen unterschiedlichen Bedürfnissen anzupassen. Darum wird meist der kleinste mögliche gemeinsame Nenner unterrichtet. Das kann für manche sehr limitierend sein und verhindern, dass man Fortschritte macht.

2. Der zweite Grund ist fehlende Lehrerfahrung und fehlendes Bewusstsein. Ich hatte schon viele Lehrer, die großartige Tänzer sind. Ein großartiger Tänzer ist aber nicht unbedingt ein großartiger Lehrer. Und selbst wenn man sich beim Lehren so ins Zeug legt wie man nur kann, braucht man einfach Erfahrung, um ein guter Lehrer zu sein. Es ist außerdem wichtig, dass man auch so tanzt wie man es erklärt, beziehungsweise erklärt, warum man beim Social Dance oder in der Klasse ganz anders tanzt, was ganz einfach nicht jeder Lehrer tut.

Falsches Verständnis der Connection

Connection & Verbindung im Paartanz In Tanzschulen für Paartanz wird grundsätzlich in Anfängerkurse erklärt, dass der Leader die gesamte Struktur des Tanzes vorgibt und dem Follower klare Instruktionen mitzuteilen hat, die der Follower dann zu befolgen hat. Dem Follower wird erklärt, dass er auf keinen Fall in die Struktur des Leaders einzugreifen hat und nur das tun darf, was den Leader nicht stört bzw konform mit dessen Struktur geht.

Übersetzt auf die Connection bedeutet das, dass Leader (meist auch noch fälschlicherweise mit ihren Händen und nicht mit dem Körper) drücken und ziehen und Follower nachgeben und sich ziehen lassen. Und das ist, wie man aus meiner hoffentlich klaren Erklärung der Connection entnehmen kann, schlicht und einfach falsch.

Die Connection funktioniert in beide Richtungen und soll sozusagen ein gemeinsames Gespräch ohne Worte ermöglichen. Je besser die Tänzer desto ausbalancierter ist die Connection und desto mehr Informationen gehen hin und her. Die Connection ist nicht one way vom Leader zum Follower. Nein, nein! Es ist ein Gleichgewicht.

Author: Rain Elixirs

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